Der Unterschied zwischen Feinripp und Doppelripp

Neulich stolperte ich bei einem Kreuzworträtsel über den Begriff „Liebestöter“. Gesucht war als Lösungswort für das Preisausschreiben ein traditionelles Wäschestück mit dem Vermerk „das Gegenstück zum klassischen Bauarbeiter-Unterhemd.“ „Doppelripp, ganz eindeutig“, dachte ich. Als ich jedoch alle Felder gefüllt und die entsprechenden Buchstaben in die Lösungskästchen übertrug kam der Begriff „Feinripp“ heraus. Ach herrje, ich schlug die Hände über den Kopf und hätte beinahe anstelle einer Postkarte mit der Lösung einen Beschwerdebrief versendet.

Als ich meiner Nachbarin Anne völlig empört von diesem Fauxpas berichtete, legte sie die Stirn in Falten und wusste nicht so recht, worauf ich hinauswollte. Liebe Damen, liebe Herren, ich sehe, es ist höchste Zeit, einmal den Unterschied von Doppelripp und Feinripp zu erläutern:

 

1923 gilt als die Geburtsstunde der Ripp-Ware. Mit neuen Flach- und Rundstrickmaschinen und innovativen Nadelsystemen wurden Fein – und Doppelripp lebendig und lassen sich somit als Schiesser-Urqualitäten bezeichnen. Inspiriert durch gerippte Ware der Strumpfmacher, nahm man die Bündchen von Strümpfen zum Vorbild und fertigte nach diesem Muster komfortable Wäsche. Sie trug sich im Vergleich zur gewirkten oder gewebten Ware zuvor besonders angenehm auf der Haut, ermöglichte eine Luftzirkulation und war deutlich bewegungsgerechter. Ein großer Schritt in Sachen Wäschekomfort war getan.

Rein Äußerlich lassen sich Fein- und Doppelripp in der Regel gut unterscheiden: Wie der Name bereits erschließen lässt, zeigt sich Feinripp in fein gerippter Maschenware, abwechselnd in Links- und Rechtsmaschen gestrickt. Doppelripp dagegen zeichnet sich durch eine zweifache = doppelte Linksmasche im Wechsel mit einer doppelten Rechtsmasche aus, was deutlich in der kernigeren Optik ersichtlich wird. Vergleicht man in etwa eine Qualität aus 100% Baumwolle, so verfügt Doppelripp aufgrund seiner großzügigeren Reihenbildung über eine höhere Elastizität und passt sich dem Körper ideal an. Daneben kann jedoch auch eine Feinripp-Qualität durch die Zugabe von Elastan elastischer und formstabiler werden, von daher ist es heutzutage in der Tat lediglich reine Geschmackssache, ob Sie Wäsche aus Feinripp oder Doppelripp bevorzugen.

Beim Liebestöter aus dem Kreuzworträtsel ist demnach sicherlich nicht Fein-, sondern ein Doppelripp gemeint und aus meiner Sicht völlig zu Unrecht verurteilt. Denn Doppelripp kann durchaus charmant sein, strahlt einen gewissen Retro-Charakter aus und paart in erstklassiger Qualität Langlebigkeit, Tradition mit Moderne – so wie es in etwa bei Schiesser Revival in jeder Saison aufs Neue gelingt.

Unterwäsche erlangt in dieser kernigen Optik einen gewissen Kultfaktor und die Grenzen zwischen Unterwäsche und Oberbekleidung verblassen ganz harmonisch. Ob der oben genannte Bauarbeiter sein Unterhemd nun aus modischen Aspekten trägt oder sich schlichtweg zwecks erhöhter Temperaturen und körperlicher Anstrengung ein wenig Luft zufügen möchte, das bleibt ungeklärt. Als Wäschenärrin lag es mir doch wahrlich am Herzen, dass Fein- und Doppelripp nun endlich in ihrem ganz individuellen Dasein wahrgenommen werden.

Schiesser Mama

Schiesser Mama

Unsere Schiesser-Mama erzählt uns in heiteren Geschichten von ihrem ganz normalen, tagtäglichen Wahnsinn mit ihren beiden Kids Lotte (2 Jahre) und Otto (5 Jahre). Zwischen all dem Familienchaos, Wäschebergen und ihrem Job nimmt sie sich mit ihrem Blog eine Auszeit, um Leidensgenossinnen von den kleinen und großen Herausforderungen zu berichten, gibt Tipps & Tricks weiter und bringt uns mit ihren Anekdoten immer wieder zum Schmunzeln.

Ein Kommentar zu “Der Unterschied zwischen Feinripp und Doppelripp
  1. joachim Witusch sagt:

    So 55 jahre Slips und Boxer-Shorst getragen.Seit 2jahren Doppelripp.Ich sage nur einst nix geht über Doppelripp.Ist das beste für den Körper und Haut.

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