Bunt, bunt sind alle meine Kleider – Flecken auf Babywäsche

In meiner ersten Schwangerschaft besuchten mein Mann und ich wenige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einen Babyladen und gingen mit der freundlichen Verkäuferin unsere Einkaufsliste durch. Darunter natürlich auch Babywäsche und Kleidung. Es gab ganz entzückende kleine Wickelbodys, kuschelweiche Strampler oder Schlafanzüge, von denen wir beim bloßen Anblick bereits müde wurden. Auffällig war der große Weiß-Anteil bei den kleinen Größen. Auch bei der Auswahl eines Tragetuches riet uns die Verkäuferin zu hellen Farben, vornehmlich Weiß. „Sie wissen schon, warum“, sagte sie schmunzelnd und wir als absolute Beginner nickten lächelnd, hatten aber nicht die leiseste Ahnung, worauf die Dame hinauswollte.

Die perfekte Babywäsche? Am besten in Weiß!

Jetzt, einige Jahre später, wissen wir es, denn unsere beiden Kleinen waren sogenannte Speikinder. Fällt der Groschen? In den ersten Babywochen war ich quasi nonstop damit beschäftigt, Wäsche zu waschen, zu trocknen, zu falten, umzuziehen. Und zwar das Kind und mich selbst, denn in einem Affentempo und in einer unfassbaren Menge spuckte das Baby sämtliche zuvor getrunkene Milch wieder aus. Wir lernten schnell dazu und flitzten nach Fläschchen oder Stillen schnell ins Bad, denn dort konnte die „kleine“ Mahlzeit dann wieder rasch von den Fliesen gewischt werden. Sofaritzen, Bettbezüge oder Parkettdielen bekamen anfangs auch ihre Portion ab und ich habe manchmal den Eindruck, sie haben uns das nie so ganz verziehen, wenn ich hier und da eine merkwürdige, klebrige Masse in den Holzritzen entdecke.

Dunkle Kleidung verbannte ich in dieser ersten Zeit nahezu komplett aus den Schubladen, denn meine Schulter zierte quasi permanent ein weißer, nasser Fleck. Klingelte mal spontan der Postbote oder die Nachbarn, dann wunderten mich schon kaum noch die fragenden Blicke auf mein Pseudo-gebatiktes Oberteil, je dunkler, desto interessanter der Effekt.

Das Schöne in dieser Zeit: Die Flecken aus der hübschen Babywäsche gingen prima mit herkömmlichem Waschpulver raus.

Dann kam die Beikost und ich sehnte mich manchmal heimlich nach der milchigen Schulter, denn ab sofort war sie nicht mehr in einem unschuldigen Weiß, sondern strahlte primär orange, rot, manchmal auch grün. Sowohl Lotte als auch Otto waren beide prima Erst-Esser, genossen von Pastinake über Möhrchen, Spinat und Brokkoli über Blaubeeren und Himbeeren alles, was ihnen kleingematscht in das Mündchen gesteckt wurde. Je bunter, desto besser hatte ich den Eindruck und ich entdeckte in dieser Zeit einen guten, neuen Freund, der mir bis heute ein treuer Begleiter geworden ist: die Gallseife! Ja, es ist ein wenig eklig, das gebe ich zu, aber das Zeug ist wirklich großartig! Erdbeerflecken auf dem Body? Farbflecken auf der Jeans? Graspopos innen und außen? Kein Thema, die Gallseife macht´s! Dick einreiben, ausspülen, noch mal einreiben, in der Lauge einweichen, 60 Grad-Wäsche und schon kann das nächste bunte Menü aufgetischt werden oder Fußball mit der beigefarbenen Hose gespielt oder die Mal-Aktionen mit Wachsmalstiften mit erhöhtem Körpereinsatz kann kommen.

Und wenn´s wirklich hart auf hart kommt, die Obstflecken tiefer und tiefer werden, tut´s auch als „Nachwäsche“ der gute alte Zitronensaft: Ordentlich auf dem Fleck verteilen, Babywäsche in die Sonne legen, wie von Zauberhand wieder sauber! Ist es nicht erstaunlich, dass man sich als Mama wieder über solche guten, alten Tricks freuen kann? Großartig!

Schiesser Mama

Schiesser Mama

Unsere Schiesser-Mama erzählt uns in heiteren Geschichten von ihrem ganz normalen, tagtäglichen Wahnsinn mit ihren beiden Kids Lotte (2 Jahre) und Otto (5 Jahre). Zwischen all dem Familienchaos, Wäschebergen und ihrem Job nimmt sie sich mit ihrem Blog eine Auszeit, um Leidensgenossinnen von den kleinen und großen Herausforderungen zu berichten, gibt Tipps & Tricks weiter und bringt uns mit ihren Anekdoten immer wieder zum Schmunzeln.

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